Bei den Taubenzüchtern in vielen Städten des Vorderen Orients, wie zum Beispiel Antakya,  Aleppo, Damaskus, Beirut, Baalbeck oder Bagdad, sind Wammentauben stark verbreitet. In Westeuropa wurden bisher vor allem die Syrischen Wammentauben bekannt und gezüchtet. Aber die Wammentauben des Vorderen Orients sind eine Rassengruppe, so daß der Name "Arabische Wammentaube" berechtigt ist als Überbegriff für verschiedene Rassen:

die Beiruter-, Syrischen-, Basraer- und die gelockten Wammentauben,  außerdem die hier weniger bekannten Mazouni-Wammentauben, auf die ich aber in diesem Bericht nicht näher eingehen werde. Es liegt mir am Herzen, die Taubenzüchter über die bei uns im Orient gezüchteten und bis heute reinrassig erhaltenen Taubenrassen zu informieren, weil diese imposanten Taubengestalten in den letzten Jahren in Mitteleuropa auf recht großes Interesse gestoßen sind. Sie sind in Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland und in der Schweiz häufiger auf Ausstellungen gezeigt worden und vor allem als Flugtauben besonders geschätzt.

Leider gibt es in der Gegenwart und in der jüngeren Vergangenheit im Vorderen Orient sehr wenig Fachliteratur über die Taubenzucht und auch keine schriftlich festgelegten Standardbeschreibungen. Das züchterische Wissen wurde über Jahrhunderte hinweg von Generation zu Generation mündlich und unverfälscht weitergegeben.

Erwähnenswert und erstaunlich ist aber, daß bereits vor 1200 Jahren in der arabischen Welt eine hervorragende Abhandlung über die Taube geschrieben wurde, die noch heute Aktualität besitzt.

Sie stammt von Al Ddjahiz, ein bedeutender arabischer Theologe, Jurist und Schriftsteller, der um 777 in Basra/Irak geboren wurde.

In seinem bemerkenswerten Werk "Kitab Al Hayawan" (=Buch des Tieres) widmet er ein ausführliches Kapitel nur der Taube. Schon im 9.Jahrhundert verfügte er über ein hervorragendes Wissen über die Tierwelt. So formulierte er erste genetische Gesetzmäßigkeiten, befaßte sich ausführlich mit Verhaltensforschung und entwarf Rassestandards für arabische Tauben.

Zu seinen Lebzeiten war die Verwendung der Brieftaube in den islamischen Ländern bereits so perfektioniert, daß ein ähnliches Niveau erst wieder im 20.Jahrhundert erreicht wurde.

Kostbare Geschenke des Orients

Viele Züchter in Europa haben sich in den letzten Jahren "neuen Rassen" aus Osteuropa oder aus dem Orient zugewandt, in Wirklichkeit also oft sehr alten Rassen, die in Europa kaum oder gar nicht bekannt waren. Manche Züchter möchten dies aus Begeisterung für das Exotische und Andersartige getan haben, manchmal dürfte es aber auch eine Rolle gespielt haben, daß diese Rassen in der Regel naturbelassener, zuchtfreudiger und widerstandsfähiger sind. Wir Taubenzüchter in West- und Mitteleuropa sollten diese Tauben des Orients als kostbares Geschenk und mit Ehrfurcht entgegennehmen, und wir stehen in der Pflicht, diese Geschenke des Orients so zu belassen, wie sie jahrzente- und oft jahrhundertewährender Züchterfleiß in ihrer Heimat geschaffen hat.

Ich züchte arabische Rassetauben hauptsächlich, um zur Erhaltung dieses alten Kulturgutes meiner Heimat beitragen zu können. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, diese Rasse in meiner neuen Heimat, in Deutschland, zu betreuen und zu helfen, ihre Originalität zu bewahren und an den ursprünglichen Zuchtzielen festzuhalten.

Zu weiteren Informationen über die Arabischen Wammentauben und auch über andere arabische Taubenrassen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Mohamad Tabche, Tragweiner Eck 4

35287 Amöneburg, Tel.: 06429-1717

Letzte Änderung am 18. September 2012 DK

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